Polypen sind vereinfacht gesagt gutartige Schleimhautwucherungen, die bei vielen Menschen im Rahmen der Zellteilung der Darmschleimhaut auftreten. Trotzdem ist diese überschießende Zellteilung, die zu kleinen Knötchen in der Darmschleimhaut führt, nicht „normal“. Es muss davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Darmkrebserkrankungen durch solche Polypen als Vorläufer entsteht. Oder - wieder vereinfacht gesagt - gutartige Polypen können „entarten“ und damit bösartig werden. Diese bösartigen Veränderungen entsprechen dann einem Darmkrebs. Damit dies nicht passiert, ist die frühzeitige Entfernung solcher Polypen im Rahmen einer Darmspiegelung eine effektive Maßnahme um die Entstehung von Krebs zu verhindern.

Die allermeisten Polypen betreffen den Dickdarm, das heißt sie sind einer Spiegelung gut zugänglich. Polypen an anderen Stellen im Magen-/Darm Trakt bedürfen neben der Spiegelung ggf. noch weitere Untersuchungen.

Polypen machen in der Regel überhaupt keine Symptome. Erstes Anzeichen wäre verborgenes (also unsichtbares) Blut im Stuhl. Eine Blutarmut sollte daher immer an das Vorhandensein von Polypen denken lassen. Hier stehen bestimmte Stuhltests zur Verfügung (z.B. Hämoccult). Auch ist der Abgang von sichtbarem Blut mit dem Stuhl immer ein Alarmzeichen.

Da in den meisten Fällen aber keine Symptome vorliegen, wird generell für jeden Patienten einmalig ab dem 55.

Lebensjahr eine (Dick-)Darmspiegelung empfohlen. Sie ist nicht nur in der Lage Polypen zu identifizieren sondern in den meisten Fällen auch gleich zu entfernen.

Da die meisten Polypen im Dickdarm entstehen ist die komplette Dickdarmspiegelung (Koloskopie) die beste Methode. Als Suchtest kann auch der Stuhl untersucht werden, bildgebende Verfahren wie Computertomographie oder Kernspintomographie sind nicht bei allen Polypen im Millimeterbereich in der Lage diese darzustellen.

Das gewichtigste Argument für eine Dickdarmspiegelung ist aber, dass Diagnostik und Therapie in einem Schritt erfolgen können. Das bedeutet: Falls Polypen während der Untersuchung festgestellt werden und diese noch klein sind, können diese sofort abgetragen, das heißt entfernt werden (sogenannte Polypektomie). Außerdem können die entnommenen Polypen/Gewebsproben unter dem Mikroskop untersucht werden um eine Bösartigkeit sicher auszuschließen (Histologie).

Wie oben beschrieben geht die Diagnostik und Therapie von den allermeisten Polypen Hand in Hand während der Koloskopie. Diese wird von den Kassen in jedem Fall als Vorsorge ab dem 55. Lebensjahr erstattet, bei Symptomen aber in jedem Lebensalter. Das Prinzip der Polypenabtragung besteht entweder in der Abtragung mittels einer kleine Zange oder mit Hilfe einer Schlinge („Lasso“). Die winzige zurückbleibende Wunde wird in einem Schritt mit z.B. elektrischem Strom oder einem Laser verschlossen. Da die Darmschleimhaut keine Schmerzempfindung besitzt, ist dieser Vorgang auch vollkommen schmerzfrei.

Darüberhinaus stehen an unserem Darmzentrum weitere hochmoderne Verfahren zur Verfügung, die auch die koloskopische Entfernung großer oder anatomisch ungünstig gelegener Polypen ermöglich. Wir werden Sie hier gemeinsam mit den Kollegen der interdisziplinären Endoskopie beraten.

In seltenen Fällen ist es nötig einen Polypen operativ zu entfernen, um einen Krebs zu verhindern. Diese wichtige Möglichkeit wird aber nur in enger Absprache zum Einsatz gebracht, falls ein anderes Verfahren nicht möglich ist.

Falls keine Polypen vorliegen, sollte die Nachsorge per Koloskopie in 10 Jahren erfolgen. Es gibt aber Gründe (Art des Polypens, eingeteilt nach dem Zellbild/Histologie) eine Nachsorge früher, das heißt nach 1 Jahr oder kürzer durchzuführen. Nach Eingang aller Untersuchungsergebnisse erhalten Sie individuell eine persönliche Empfehlung zur Nachsorge.






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